Schlagwort: Gefängnisseelsorge

Gefängnisseelsorgerin Angelika Lang

 

Einführung von Frau Angelika Lang in ihren Dienst als Seelsorgerin in der JVA Dresden

 

Mit einem eindrucksvollen Wortgottesdienst wurde am 4.11.17 Frau Angelika Lang als neue katholische Seelsorgerin der Justizvollzugsanstalt Dresden in ihr Amt eingeführt. Innerhalb weniger Monate konnte Frau Lang in ihrer neuen Wahlheimat Dresden ein ungewohntes Interesse am Leben innerhalb der Gefängnismauern wecken und so nahmen an ihrer Einführung neben einer Zahl angemeldeter und von der Anstaltsleitung genehmigter Gefangener auch eine Schar von Gästen teil, die von draußen kam und zu der ich gehörte. Mit uns feierten den Gottesdienst Pfarrer Thaddäus Posielek, Kaplan Florian Mroß, die evangelische Gefängnisseelsorgerin Pastorin Anneliese Zemmrich und Frau Elisabeth Neuhaus, die als Leiterin der Pastoralabteilung des Bischöflichen Ordinariates die Amtseinführung vornahm. Anwesend war auch der neue Anstaltsleiter Herr Jörn Goeckenjan.

Ein besonderer Geist verband und bewegte uns alle in diesen 90 Minuten.

Mit mehrstimmigem Gesang und Instrumentalspiel durften wir als Chor der Pfarrei Christus König Radebeul den Gottesdienst feierlich mitgestalten. Der Funke sprang über, als Jugendliche einer Band der International Christian Fellowship (ICF) gute Texte glaubhaft und mit großer Ausstrahlung interpretierten. Im Vorfeld hatten sie einige Lieder mit einem Chor Gefangener vorbereitet. Die dadurch entstandene, spürbare Vertrautheit der Jugendlichen dies- und jenseits der Mauern bewegte mich. Einer der Gefangenen las: „… so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus … sind wir Glieder, die zueinander gehören …“ (Röm 12,5) Was heißt das in aller Konsequenz, frage ich mich?

Alle Anwesenden schienen tief beeindruckt den Atem anzuhalten, als zwei ehemalige Gefangene mit eindringlichen Worten ihren Ausstieg aus dem kriminellen Milieu und ihr Angenommensein in der Gesellschaft schilderten, die ihnen mit Hilfe eines christlich orientierten Netzwerkes Ehrenamtlicher und Frau Lang möglich wurden.

Den berührenden Höhepunkt dieses Gottesdienstes bildeten für mich die Segensgesten und die persönlich ausgesprochenen Wünsche, unterstützt von unserem stillen Gebet, mit denen Frau Lang durch ihre Mitarbeiter und Wegbegleiter für ihren herausfordernden Dienst in den Gefängnissen von Dresden und Waldheim ausgerüstet wurde.

Ulrike Titze, Radebeul
 

Ehrenamtliche Mitarbeit in der JVA Dresden
Die JVA liegt nicht weit weg von unserer Kirche. Gefangene besuchen – ein Werk der Diakonie.
Wer selbst Gefangene besuchen möchte kann sich direkt an Frau A. Lang wnden: lang@verantwortungsgemeinschaft.church

ehrenamtliche Mitarbeit in der JVA Dresden

Meine Erfahrungen als ehrenamtliche Mitarbeiterin in der JVA Dresden

Seit 4 Jahren besuche ich Ronny 2 x monatlich im Gefängnis. Wie kam ich dazu?
Es war unser damaliger Pfarrer Christoph Behrens, der einem Gefangenen Asyl im Pfarrhaus gewährte, als der nach 7 Jahren Haft seine neue Mietwohnung noch nicht beziehen, ein Pensionszimmer nicht weiter bezahlen konnte und um dieses Asyl bat. Diese bedingungslose Hilfsbereitschaft beeindruckte mich tief. In dieser Zeit habe ich Ronny als liebevollen, hilfsbereiten und offenen Menschen kennengelernt, der sich selbstverständlich in unserer Gemeinde engagierte. Nach einigen Wochen konnte Ronny seine eigene Wohnung beziehen. Leider wurde er nach kurzer Zeit erneut straffällig, was ich durch eine Frau unserer Gemeinde erfuhr, die das zufällig mitbekommen hatte. Ich suchte ihn daraufhin. Als ich ihn ein halbes Jahr nach seiner erneuten Inhaftierung das 1. Mal im Gefängnis besuchte, war ich sein 1. Besucher. Er weinte aus Scham. Seine zerrüttete Familie distanziert sich seit der wiederholten Straftat unversöhnlich von ihm, sie hat ihn aufgegeben. Ronny wurde zu 9 Jahren und anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Das Gute in ihm ist bei jedem Besuch spürbar … Seine Patentante nahm kürzlich gegen die Argumente ihrer Familie zaghaft Briefkontakt mit ihm auf.

Es gibt in Dresden eine größere Zahl von Menschen aller Altersgruppen ab 20, die Gefangene besuchen. Dennoch gibt es nach wie vor viele Gefangene, die von niemandem besucht werden und sich Besuch wünschen oder Helfer, die sie auf ihren Freigängen kurz vor der Entlassung begleiten.
Für bereitwillige Besucher wiederum wird durch den Hammerweg e.V. kostenlos Supervision zum Austausch und Verarbeiten von Erfahrungen angeboten.
Vor allem aber sei allen Interessierten der Kontakt über die neue Seelsorgerin Frau Lang mit ihrer langjährigen Erfahrung und ihrem aktuellen Seelsorgekonzept empfohlen.

Kontakt über Frau A. Lang: lang@verantwortungsgemeinschaft.church

Ulrike Titze, Radebeul