Pilgerreise ins Heilige Land

Blick aus der Kirche von Dominus flevit (Jesus weint) auf den Felsendom in Jerusalem

Wir waren eine Gruppe von 27 Personen mit einem gemeinsamen Ziel. Eine Fahrt in das Heilige Land. Wir kannten uns zuvor kaum, hatten unterschiedliche Beweggründe für die Fahrt und verschiedene Gedanken und Hoffnungen. Werden meine Bilder aus der Bibel bestätigt werden? Was macht die Fahrt mit meinem Glauben, …?

Am 29.06.2017 verlief die Anreise von Dresden über München nach Tel Aviv bis zum Pilgerhaus Tabgha am See Genezareth. Dort waren wir überwältigt von dem schönen Haus und der entspannenden Atmosphäre. Dies ist der Ort von vielen Erzählungen aus der Bibel. Einfach unglaublich. Man schaut auf den See und sieht Boote …
In den nächsten Tagen besuchten wir den Berg der Seligpreisungen, die Brotvermehrungskirche, den Berg Tabor und Nazareth. Es waren sehr intensive Tage, voller Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen. Unsere Gruppe ist sehr schnell zusammengewachsen und es gab abends auf der Terrasse viele schöne Begegnungen, Gespräche und ein Miteinander.
Ein Höhepunkt unserer Reise war der Ort der Taufe Jesu im Jordan. Einige Gruppenmitglieder hatten spontan den Wunsch geäußert, das Taufversprechen hier im Fluss zu erneuern – eine sehr intime, individuelle Handlung und wir durften daran teilnehmen. Dieses besondere Erlebnis hatten wir nicht geplant und es war sehr ergreifend.
Nach einem Bad im Toten Meer bei 45 Grad Celsius und sehr vielen „Schlammfotos“ ging es weiter nach Jerusalem in unser Quartier im Priesterseminar nahe am Zionstor.
Wir besichtigten u. a. den Felsendom, den Garten Getsemani und die Grabeskirche. In unserer Vorstellung, geprägt durch die Bibel, liegen die Orte der Kreuzigung, Salbung und Grabstätte weit auseinander. Wir waren überrascht, wie nahe alles beieinander liegt und wieder war es einfach toll, mindestens einmal im Leben hier gewesen zu sein.
Besonders beeindruckt hat uns der Besuch bei den Kleinen Schwestern an der VI. Kreuzwegstation auf der Via Dolorosa in Jerusalem, wo wir auch wieder einen Gottesdienst feiern konnten. Wir wünschen Ihnen viel Kraft, um ihre Aufgaben auch weiterhin zu bewältigen.
An der Klagemauer erlebten wir die Eröffnung des Shabbat mit Tänzen, Gesängen, intensiven Gebeten und Gesprächen. In den vergangenen Tagen wurden die Fürbitten der Heimatgemeinden in den Gottesdiensten vorgelesen. Jetzt konnten wir die Zettel in die Klagemauer stecken.
Am 09.07.2017 machte sich unsere zusammengewachsene Gruppe wieder auf den Heimweg. Müde, aber voller Eindrücke und Glaubenskraft, kamen wir in Dresden an. Viele von uns möchten diese Reise wiederholen.
Umso mehr machen uns die jüngsten Ereignisse in Jerusalem betroffen und wir hoffen natürlich, dass die Menschen einen Weg zu einem friedlichen Miteinander finden können.
Wir danken aber auch an dieser Stelle unserem Seelsorger und Reiseleiter, Pfarrer Martin Kochalski, der diese Wallfahrt mit viel Engagement organisiert hat, immer ein offenes Ohr für unsere Wünsche und Sorgen hatte und uns sehr sensibel begleitet hat.

Text: Gabriele Semmler, Gemeinde St. Josef, Dresden-Pieschen
Fotos: Cornelia Wöhl