Kategorie: Spiritualität

Stille Zeit

Ökumenischer Kontemplationskreis in Dresden-Klotzsche
„Wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.“ (Ps 131,2)

Ab dem 3. Januar 2018 trifft sich der Ökumenische Kontemplationskreis „Stille Zeit“ im Ev. Gemeindezentrum „Alte Post“ (Gertrud-Caspari-Straße 10).
Das Wort Kontemplation bedeutet Anschauung, Betrachtung oder nach einer anderen Übersetzung Con-templum – im Tempel sein. Genau dafür nehmen wir uns an einem Abend im Monat Zeit: In der Stille bei Gott zu sein, in seinem „Tempel“ zu sein, einfach für Ihn da zu sein und ihn zu schauen. Wir lassen auch Ihn auf uns schauen, so wie wir gerade da sind, mit allen unseren alltäglichen Freuden, Sorgen und Gedanken. Dabei wollen wir weder Leistungen erzielen noch spirituelle „Fortschritte“ erreichen. Das stille Beisammensein genügt.
Der Kreis „Stille Zeit“ trifft sich immer am 1. Mittwoch im Monat von 20.00 – 21.15 Uhr. Wir beginnen mit einer kurzen Einführung, meditieren zweimal in der Stille und beenden den Abend mit einem gemeinsamen Gebet.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist auch an einzelnen Abenden möglich. Wir laden alle, die diese Gebetsform ausprobieren möchten, herzlich ein.

Jarka Manitz und Stephan Reinalter

Ein stille Music – Trauerkantaten

Georg Philipp Telemann (1681-1767)
Schaffe in mir Gott ein reines Hertz
Sey getreu biß in den Todt

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit
(Actus tragicus)



 

Birte Kulawik – Sopran
Ulrike Zech – Alt
Michael Schaffrath – Tenor
H.-J. Ander-Donath – Bass
Katja Johanning, Gabriele Schubert – Blockflöten
Sophia Gulde – Viola
Diethard Krause, Katharina Holzhey – Violen da gamba
Norbert Schuster – Violone,
Kantor Peter Kleinert – Orgel

Unter Leitung von Jochen Schubert sangen die Chöre der kath. Pfarreien St. Hubertus, St. Franziskus Xaverius und St. Josef. Über Jochen Schubert ist eine CD dieser Musik erhältlich. Der Erlös dieser CD’s kommt der Kirchenmusik zu Gute.

Fotos: Elisabeth Meuser Bearbeitung: Uta Graba
 

Ein stille (Trauer-)musik – diese Formulierung erscheint auf den ersten Blick paradox. Sie findet sich jedoch in verschiedenen Musikquellen des 17. und 18. Jh. und verweist auf den Gebrauch besonderer, leise klingender Instrumente bei der Aufführung von Begräbnis- und Passionsmusiken bzw. Musik für die Buß- und Fastenzeiten der Kirche.
Betrachtet man die Werke jener Zeit näher, lassen sich Tendenzen erkennen, welche Instrumente die damaligen Komponisten für angemessen erachteten: vornehmlich Gamben, Blockflöten, gedackte Orgeln, gelegentlich auch Violinen und Oboen.
In der heutigen „Musik in St. Martin“ erklingen Werke, die sich thematisch-inhaltlich in die letzten Tage des Kirchenjahres reihen und ebendiese Besetzung verlangen.
Die Urheberschaft Georg Philipp Telemanns wird von heutiger Musikwissenschaft für die beiden vorliegenden Kantaten bestritten. Johann Caspar Dietel, Kantor aus dem mitteldeutschen Raum, der auch mit Musikalien handelte, soll diese unter dem Namen Telemann verkauft haben. Dennoch sind diese Trauerkantaten in ihrer Schlichtheit anrührend, die melodischen Linien und das Gespür für Klangfarben lassen spätere Meisterschaft erahnen.
„Ein Geniewerk“, „ein Stück Weltliteratur“ (A. Dürr) ist Johann Sebastian Bachs Kantate Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit, auch Actus tragicus genannt. Obwohl ein Jugendwerk, ist sie von äußerster Komplexität, Tiefgang und Reife geprägt. Bibelwort und Kirchenliedstrophen werden geschickt aneinandergereiht, so dass eine klare Dramaturgie entsteht: Vom Sinnen über das menschliche Dasein und dessen Endlichkeit ausgehend, wird das Sterben als unausweichlich, aber nicht endgültig aufgezeigt. Im zentralen Chorsatz erklingt als Fuge „Es ist der alte Bund, Mensch, du musst sterben.“ Darüber erhebt sich der Solosopran mit den Worten aus der Offenbarung des Johannes „Komm, Herr Jesu“ und verweist auf das Reich Gottes und die Erlösung vom Tod. Den Beschluss bildet ein großartiges Lob des dreieinigen Gottes.

Gabriele Schubert

Programmheft Ein stille Music

Das geistliche Wort hielt Jochen Schubert auf poetische Weise. Es ist hier nachzulesen.

Frohlockt dem Herrn … in hellem Chore


Geistliche Chor- und Instrumentalmusik für Chöre, Laute, Violone und Truhenorgel

Werke von Philibert Jambe de Fer, Giovanni Pierluigi da Palestrina,
Ludovico Grossi da Viadana , Heinrich Schütz u.a.

Die Chöre der Gemeinden St. Hubertus, St. Franziskus Xaverius und St. Josef aus Dresden sangen in der Schlosskapelle die letzte Vesper in diesem Jahr. In so einem schönem Raum und in so großer Besetzung – war es für uns Sänger ein Vergnügen zu singen.
Das geistliche Wort sprach Christoph Nitsche.
 

Heiko Schmiedel – Laute, Beate Ullrich – Violone,
Marco Gulde – Truhenorgel und Leitung

Komplet beten

In unserer Gemeinde gibt es verschiedene Gebetskreise. Einer, der aus den Ängsten der Wendezeit um den 04.10.1989 entstand, trifft sich immer noch an wechselnden Orten.
Ein weiterer hat sich im letzten Jahr gegründet. In Klotzsche lädt die Männerschola zur Komplet 14tägig mittwochs.
Wenn Sie genaue Termine oder Näheres wissen wollen oder ein Gebetsanliegen haben,
melden Sie sich unter: gebetskreis@fxdresden.de
 
Gelassenheit
Der Herbst fängt an.
Ich sehe es im Garten,
an den Bäumen und Büschen.
Ich spüre es in der Luft
und in den eigenen Gliedern.
Der Sommer ist unwideruflich vorbei.
Gegen den Herbst
ist kein Kraut gewachsen.
Aber der Herbst ist schön
und kann so reich an Farben sein.
Die letzten Freuden des Lebens sind stiller, aber auch tiefer.
So will ich im Herbst ruhig zu mir kommen.

Phil Bosmans

Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite

… ein besonderer Bibelvers! Ich erwählte ihn mir als meinen Primizspruch, also als ein Motto für mein priesterliches Wirken. Von diesem Vers bin ich überzeugt, dass er die Jahre meiner Ausbildung prägte und mir weiterhin wichtig bleibt! Dieser Vers aus der Thomaserzählung ist eine Aufforderung Jesu an mich und an jeden Christen – nicht nur an den „ungläubigen“ Thomas oder den besonders zweifelnden Menschen! Nein, diese Aufforderung gilt allen, die mit dem auferstandenen Christus wirklich in Berührung kommen wollen. Es ist eine Ermutigung! Aber wozu? Die Hände auszustrecken um nach einem auferstandenen Christus zu greifen, von dem wir wissen, dass er nicht mehr da ist? Er ist ja selbst in den Himmel aufgefahren und hat uns seinen Hl. Geist gesandt!
„Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite“ – das ist eine Aufforderung nach der SEITE Jesu zu greifen! Jene Seite an der sich die Verwundung des Leibes Christi findet! Jeder der also in Berührung mit dem auferstandenen Christus kommen will, soll jene Wunde berühren, welche durch den Menschen dem menschlichen Leib Jesu zugefügt wurde! Die Wunde Jesus – ein Zeugnis der Missachtung des Gottessohnes und seiner Botschaft! Ein Zeugnis der Verletzung und Ausgrenzung, der Vergewaltigung und der menschlichen Machtbesessenheit, die den Friedensfürsten in dieser Welt nicht ertragen kann und ihn deswegen aufspießt. Diese Wunde Jesu – sie begegnet uns auch heute noch! Dort wo Menschen aus Hass verletzen und krank machen, wo sie aus Gier hungern lassen und Kriege führen, wo sie aus Rache und Zorn töten und einander die Heimat berauben, wo das menschliche Leben seinen unantastbaren Wert verliert, weil es ungeboren, alt oder krank ist!
„Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite!“ d.h. zieh dich nicht zurück, weil ja alles so untragbar, so un-glaublich geworden ist! Nein, Jesus fordert uns auf – jeden Einzelnen – sich diesen Wunden zu stellen und sie zu berühren! Dann fällt auf, dass auch wir zu oft den Leib Christi verwundet haben, weil wir als Christen den Menschen in unseren Familien, Gemeinden, Freundschaften und Bekanntschaften Verwundungen zugefügt haben! Fragen wir doch mal die Menschen mit denen wir täglich zu tun haben, nach ihren Verwundungen? Es ist möglich, dass wir nicht den Mut finden uns diesen offenen Wunden zu stellen! Weil wir die Verletzung am anderen Menschen nicht aushalten!
Es ist aber auch möglich, dass wir uns mit Blick auf die Verletzung und Verwundung schämen! Wie die junge Frau auf meinem Primizbild! Sie wendet ihr Angesicht vom Torbogen ab, auf dem lauter Verwundete eingraviert sind. Schützend hält sie ihre linke Hand zwischen sich und den Menschen, der immer wieder unter der Last seines Kreuzes zerbricht und der schließlich zu Tode gequält daran stirbt! Ihr begegnet der fast schon verzweifelte und um seinen Glauben ringende Mensch aber auch der Nackte und Kranke; der Hungernde und schließlich der in Fesseln liegende unfreie und gefangene Mensch. Die junge Frau aber hat den Mut durch dieses Tor hindurchzugehen. Sie fühlt sich angezogen vom hellen Licht und der sich ihr entgegenstreckenden Hand. Sie vertraut darauf, dass sie hinter diesem Tor der Verwundeten – hinter diesen Wunden der Menschen dem begegnet, der ihr schließlich segnend die Hand auflegt und auch heute noch zu uns spricht: „Der Friede sei mit euch! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“

Jesus selbst hat sich immer wieder der Verwundungen des Menschen angenommen. Er begegnete den Sündern, Armen, Einsamen und Kranken und schenkte ihnen mit seiner Nähe Heil und Segen. Er machte sich in den Verwundungen der Menschen selbst berührbar.
 
Florian Mroß
 
Für alle Verzagten, Kranken, Trostsuchenden, die diese Predigt (gehalten im Gottesdienst am 20.08.17) über das Primiz-Bild von M.-L. Nikolaev – „Das Tor der Verwundeten“ nicht hören konnten oder die Worte nochmal nachlesen möchten ist sie hier veröffentlicht. Möge allen Kranken Mut und Kraft daraus erwachsen.

Kinderkreuzweg Karfreitag

In der Fastenzeit bereiten sich Christen freitags mit Kreuzweg-Andachten auf Ostern vor. Am Karfreitag gehen die Kinder den Kreuzweg.

Jesus hatte mit seinen Jüngern das Abendmahl gehalten. Er betete am Ölberg in großer Traurigkeit und entsetzlicher Angst. Er spricht: „Gott Vater gib, dass ich nicht so viel leiden muss. Doch nicht was ich will, soll geschehen, sondern, was du willst.“

Uta Graba

Erneuerung der Taufgnade

EINLADUNG:
Im Jahr 2017 bitten wir unsere Gemeindemitglieder – Groß und Klein – dem TAUFTAG einen besonderen Stellenwert zu geben.
Warum nicht Freunde, Paten und Verwandte einladen, um diesen besonderen Tag zu würdigen?!
Mit dem Sakrament der Taufe sind wir Christ geworden. Wir gehören zur Kirche Jesu Christi. Mehr noch – in der Taufliturgie heißt es: Wir haben „Christus angezogen“ und sind ein „neuer Mensch“ geworden; diese „Würde“ sollen wir ein Leben lang bewahren.
Im Familiengottesdienst in der St. Martin Kirche, jeweils am 1. Sonntag im Monat, 10.45 Uhr, laden wir diejenigen ein, die im jeweiligen Monat ihren Tauftag begehen, die mitgebrachten oder die bereitgestellten TAUFKERZEN zu entzünden und so das Geschenk der Taufe zu feiern.
Im ASPERGES besprengt der Priester die Gläubigen mit geweihtem Taufwasser, dem „Weihwasser“. Wir festigen in dieser Segenshandlung unseren TAUFBUND und bitten Gott um die Erneuerung der TAUFGNADE.

    Wir freuen uns auch sehr, wenn Sie im Gottesdienst einige Worte sagen zu folgenden Fragen:

  • Was bedeutet mir meine Taufe?
  • Wie hat sich die Taufgnade entfaltet?
  • Was hat sich aus meiner Taufe entwickelt?
  • Welches Leben, welche Haltungen, welches Engagement in und außerhalb der Gemeinde?

Rebekka-Chiara Hengge, Gemeindereferentin

Der Gottesdienst (08.01.2017) wurde von der Ju-Band und den Sternsingern besonders gestaltet.
Am 05.02.2017 feierten die Getauften von Januar und Februar und Maximilian wurde gefirmt. Die Schola sang.

Musikalische Vesper mit geistlicher Betrachtung

Das Dresdner Blockflötenconsort mit
Katja Johanning, Gabriele Schubert, Luise Ludewig, Katharina Pitt
gestaltete eine besinnliche Vesper ganz besonderer Art

Zu den wunderbaren und so unterschiedlichen Klängen der verschiedensten Flöten und Komponisten wurden durch Jochen Schubert Texte aus den Psalmen und aus „Der alltägliche Charme des Glaubens“ von Fulbert Steffensky (echter 4. Auflage 2005) gelesen. Da leider die Mikrophonanlage schlecht eingestellt war, wird hier der Text zum Nachlesen angefügt

(Zitat Seite 14):
„Man kann nicht über das Gebet sprechen, ohne von Gott zu reden, zu dem wir beten. Wer ist der Beter? Wer ist dieser Gott? Was ist das Gebet? Ich versuche dies zu sagen mit Hilfe eines Gedichts der chilenischen Dichterin Gabriela Mistral; es ist ein Liebesgedicht mit dem Titel „Scham“ und eines der schönsten Gebete, die ich kenne.
 
Wenn du mich anblickst, werd‘ ich schön,
schön wie das Riedgras unterm Tau.
Wenn ich zum Fluß hinuntersteige,
erkennt das hohe Schilf mein sel’ges Angesicht nicht mehr.
 
Ich schäme mich des tristen Munds,
der Stimme, der zerriss’nen, meiner rauhen Knie.
Jetzt da du mich, heirbeigeeilt, betrachtest,
fand ich mich arm, fühlt‘ mich bloß.
 
Am Wege trafst du keinen Stein,
der nackter wäre in der Morgenröte
als ich, die Frau, auf die du deinen Blick geworfen,
da du sie singen hörtest.
 
Ich werde schweigen. Keiner soll mein Glück
erschaun, der durch das Flachland schreitet,
den Glanz auf meiner plumpen Stirn nicht einer sehen,
das Zittern nicht von meiner Hand …
 
Die Nacht ist da. Aufs Riedgras fällt der Tau.
Senk lange deinen Blick auf mich. Umhüll mich
zärtlich durch dein Wort.
Schon morgen wird, wenn sie zum Fluß hinuntersteigt,
die du geküßt, von Schönheit strahlen.
 
Ich wähle dieses Liebesgedicht zur Erklärung des Beters, des Gebets und des Gottes, zu dem wir beten, weil das Gebet der stärkste Ausdruck der Liebesbeziehung zwischen Gott und Mensch und Mensch und Gott ist und weil alle Gottesliebe ihren Abglanz und ihr Spiel findet in der Liebe der Menschen untereinander.“
 
Eine gute Stunde sich selbst in die Stille und ein Gebet zu versenken.
Um gemeinsam dann zu singen „Erhör, o Gott, mein Flehen …“
Geklatscht wurde nicht, aber die Verbundenheit des gemeinsamen Betens ließ uns anders in unseren Alltag zurückkehren.

Link zum Programmheft