Kategorie: Erkundungsprozess

neues pastorales Projekt in unserer VG

Das Bistum fördert pastoraler Projekte. Nach Beratungen in der Steuerungsgruppe, den Pfarrgemeinde- und Kirchenräten unserer Verantwortungsgemeinschaft wurde ein Antrag auf Förderung des Projektes „Bunte Kirche Neustadt“ gestellt, der nun bewilligt wurde. Im Schreiben des Vergabeausschusses heißt es: „Das Projekt reagiert auf die Situation der Kirche… Die Menschen haben die Möglichkeit, katholischer Kirche in bisher nicht vorhandener Facette zu begegnen… Das eröffnet ggf. neue Räume, Menschen mit der Person und Botschaft Jesu in Berührung zu bringen. Damit stimmt das Projekt in besonderer Weise mit den Zielen des Erkundungsprozesses überein.“ Ab Juli 2017 stehen uns damit am Bischofsweg 56 Räume für pastorale Angebote zur Verfügung, die bisher in evangelischer Trägerschaft waren. Personalentscheidungen hierzu wird uns das Ordinariat in Kürze mitteilen. Die Fördermittel sind auf 3 Jahre begrenzt. Wer Interesse hat hier mitzuwirken, melde sich im Pfarrhaus in der Neustadt oder direkt unter kontakt@bunte-kirche-dresden.de.

Rebekka-Chiara Hengge geht zur Hälfte
Seit August 2017 bin ich halb in der Gemeinde und halb in der Bunten Kirche Neustadt am Bischofsweg 56 tätig. Dieses vom Bischöflichen Ordinariat geförderte Projekt will dem Sendungsauftrag der Kirche gerecht werden. Zusammen mit meinen Kolleginnen Antonia Kirtzel (Gemeindereferentin) und Melanie Jäkel (Sozialpädagogin) gilt es, mitten in der Neustadt einen Begegnungsraum zu schaffen und Gott und Kirche neu erlebbar zu machen. Kein „Abgang“ aus der Gemeinde meinerseits also, sondern ein „Hinweg“ zu Menschen, denen wir fremd (geworden) sind. Meine Hoffnung: Dass sich diejenigen finden, denen Gott die Sehnsucht ins Herz gelegt hat, dort in irgendeiner Weise mitzuwirken. Schauen SIE vorbei! Verbringen Sie mit Ihrer Gemeinde- oder Freizeitgruppe dort einen Abend und machen Sie die Erfahrung, dass wir Christen viel zu geben haben und viel lernen können!
Rebekka-Chiara Hengge

Mehr Informationen sind auf der Webseite zu erfahren: www.bunte-kirche-dresden.de

Feierabendgottesdienst 11. Mai in St. Martin

Gemeinsam mit 40 anderen Lustigen tranken wir uns mit Erdbeerbowle und Sekt Mut an. Dann sprangen wir ins Abenteuer und stellten uns der existentiellen Frage nach uns selbst. Schnell war klar: Die Natur spielt mit uns ein Nullsummenspiel, Asche zu Asche, Staub zu Staub. Gibt es einen höheren Sinn als unser Gene weiterzugeben und dann abzutreten? Johnny Cash meinte: „Ain‘t no grave can hold my body down“. Auf die richtige Fährte gebracht, waren wir uns schnell einig: Liebe verlangt Ewigkeit! Der Philosoph Blaise Pascal zeigte uns: Eine unendliche Liebe, die uns aus der bloßen Zufälligkeit unseres Daseins herausreißt und jeden einzelnen Menschen absolut wichtig und unverzichtbar macht, muss es geben! Das wollte Thomas so nicht stehen lassen bis ihm schließlich die unendliche Liebe face to face begegnete. Dann gesellte sich noch Karl Marx zu uns, der meinte, wir seien viel zu theoretisch und überhaupt lenke das religiöse Geschwafel über Unendlichkeit nur ab von den drängenden Fragen im hier uns jetzt. Charlie Chaplin hielt dagegen und sagte, die unendliche Liebe setze einen einzelnen, besser gesagt jeden einzelnen, zufälligen Menschen als absolut nicht gleichgültig, als nicht beliebig, als unbedingt kostbar und wo diese Art von Menschlichkeit mit Füßen getreten wird, bedeute glauben, dagegen zu rebellieren, aufständisch zu werden. Am Ende waren wir uns einig: Dieser Feierabendgottesdienst muss gründlich verdaut werden.
Peter Jost

Ostermontag in Verantwortungsgemeinschaft

Nach einem gemeinsamen Weg nach Emmaus im Gottesdienst in der St.-Martin-Kirche waren die Gemeindemitglieder aller Pfarreien unsere Verantwortungsgemeinschaft zu einem Austausch zur gemeinsamen Weg zu einer Pfarrei in den Gemeindesaal von Franziskus Xaverius eingeladen.
Das Interesse war so groß, dass noch einige weitere Tische aufgestellt werden mussten. Bis das Mittagessen vom Grill fertig war, nutzen die Teilnehmer die Gelegenheit sich von Vertreter der 3 Pfarrgemeinderäte über die Ergebnisse der in den letzten Wochen stattgefunden Gemeindeversammlungen zu informieren. Die Ergebnisse waren zudem auf Moderationswänden präsentiert, so das auch die Möglichkeit bestand sich die vielen Aussagen und Hinweise in Ruhe durchzulesen.
Es zeigte sich auch hier wieder die Buntheit unserer Verantwortungsgemeinschaft. Nach den Präsentationen und einigen Fragen aus dem Plenum gab es schließlich leckeres vom Grill zusammen mit den zahlreich mitgebrachten Salaten verbunden mit vielen weiteren Gesprächen an den Tischen.

Alexander Narr

Information der Steuerungsgruppe

Detaillierter Bericht über den Bischofsbesuch

Um seine Diözese kennen zu lernen, hat sich Bischof Heinrich Timmerevers vorgenommen bis Sommer 2017 alle Verantwortungsgemeinschaften (VG) zu besuchen. Seine Fragen: Wo stehen wir im Erkundungsprozess? Was fördert, was hindert uns? Welche Herausforderungen und welchen Auftrag erkennen wir?
Am Samstag, 14. Januar 2017, verbrachte Bischof Heinrich, begleitet von OR Elisabeth Neuhaus einen vollen Tag in unserer VG Dresden-rechts der Elbe. Weiterlesen

Wo stehen wir? Wo gehen wir hin?

Irgendwie schien früher alles einfacher und übersichtlicher – auch in der Kirche. Ein Pfarrer – eine Pfarrei. Jeder wusste, wer das Sagen hatte und wo man hingehört. Jetzt heißt es: „Gemeinsam Kirche sein“, „Lokale Kirchenentwicklung“ und „Erkundungsprozess“, verbunden mit der Frage: Wozu und für wen sind wir Kirche an diesem Ort? Das fordert uns alle heraus – Gemeindemitglieder ebenso wie Hauptamtliche. Einige grundsätzliche Überlegungen hierzu:
Kirche befindet sich immer auf dem Weg und in der Wandlung. Nicht weil Bischöfe oder Gemeindeleitungen besonders innovativ sind, sondern weil wir Christus nachfolgen; er ist „Weg“, „Wahrheit“ und „Leben“. Orientierung am und Verwurzelung im Evangelium ist deshalb zentral! Immer unterwegs sein, Veränderungen stemmen, das kann mühsam sein und verunsichern, es ist aber auch spannend und im guten Sinne heraus – fordern:
Wie führt uns Christus, unser Haupt?
Wohin führt er uns? Was sagt ER uns durch die Zeichen der Zeit? Nie können wir sagen: „JETZT sind wir angekommen; wir können uns im Erreichten einrichten; das Reich Gottes ist umfassend verwirklicht“. Kirche bleibt Baustelle. Zu einer Baustelle aber gehören stetige Arbeit,
Überraschungen, Freude an den Baufortschritten genauso wie Baulärm, Umbaumaßnahmen, Konflikte, Frust und Sorgen.

Ja, wir brauchen viel Mut und Vertrauen in den himmlischen Baumeister.
Und wir müssen uns mit allen Kräften um ein gemeinsames Hören auf IHN bemühen!
Augen und Ohren verschließen oder Stehenbleiben reiben uns auf.
Strukturveränderungen (Bsp. Zusammenlegungen von Gemeinden) sind nur Hilfsmittel.
Sie versuchen, Kirche für eine veränderte Zukunft zu rüsten. Kirchenentwicklung ist ein Prozess aufmerksamen Hinschauens und Wahrnehmens: Was hat Zukunft? Was wächst heran? Welche Menschen und Herausforderungen kommen auf uns zu?
Wie kommt Christus uns in all dem entgegen? Wie können wir weiterhin „Salz und Licht sein“ – gerade in Diaspora – Situationen?
Das alles braucht „maximale Beteiligung“ aller Getauften! Es zählt die Lebendigkeit der Menschen vor Ort. Dass das bereits vielfach gelebt wird in unseren Gemeinden, stimmt mich zutiefst dankbar und hoffnungsvoll! Hauptaugenmerk im Alltag muss für uns alle der konkrete Mensch sein, der Getaufte, der Nichtgetaufte, der Arme, der Suchende. Beziehungsorientierung und Kommunikationsvermögen werden uns „um des Himmels willen“ abverlangt!
Wenn wir darin immer wieder mal versagen und scheitern, dann ist das kein Beinbruch. Einander neu zuhören, einander vergeben und gemeinsam weiter gehen, das gehört zu unserem christlichen Profil! Alles in allem: Wir stecken in einem be – weg – enden Prozess. Kommen SIE mit!
Thaddäus Posielek, Pfarradministrator Oktober 2016

Rückblick Gemeinde-Synode am 24.9.

Synodales Wochenende = zusammen auf dem Weg sein
Synodos: „syn“ (griech) = zusammen und „hodos“ (griech) = Weg
40 Menschen auf unseren Gemeinden wollten miteinander auf dem Weg sein.
Und Jesus ging mit uns.
Das Team aus Vallendar hat uns begleitet, damit wir uns auf den Weg machen:
• Als einzelne Glaubende
• Als Gemeinschaft
• In Gemeinschaft mit der Kirche
• In Gemeinschaft mit Gott
Der Emmausweg hat uns eingeladen unsere individuellen Wege und auch unseren gemeinsamen Weg zu reflektieren:
• Sind wir enttäuschst wie die Jünger nach dem Tod Jesu?
• Geben wir unserer Sehnsucht Raum?
• Hören wir auf das Wort das Gott zu uns spricht?
• Geben wir IHM Raum (‚Bleibe bei uns‘)?
• Erkennen wir Ihn wenn wir zusammen Liturgie feiern?
• Verwandelt uns diese Begegnung?
• Wollen wir die Erfahrung mit Gott teilen, wie die Jünger?
Jeder steht im Augenblick an einer anderen Stelle des Weges, aber wir gehen ihn gemeinsam, gemeinsam mit Jesus.
Danke für die Erfahrung von Gemeinschaft die auf dem Weg ist. Kirche ist immer auf dem Weg.
Ich freue mich auf die Wegerfahrungen mit den Menschen unserer Gemeinden.
Ich hoffe wir können uns selbst und auch andere Menschen anstecken, weil wir sagen können:
„Brannte uns nicht das Herz“ und dieses Feuer ansteckend ist.
Alexander Narr

Wer hat hier eigentlich den Hut auf?

Glauben leben und Verantwortung teilen

Begegnungsabend mit: Father Mark Lesage, Dr. Estela Padilla und Maria Alicia Gutierrez
(Pastoralinstitut Bukal ng Tipan, Philippinen)
sowie ehrenamtlichen und hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter/-innen unseres Bistums

Am 4.10. gab es in unserem Pfarrhaus einen bewegenden Gesprächsabend,
der auf Bistumsebene organisiert war.
Father Mark und sein Team von den Philippinen berichtete von dem Wachsen der Basiskirche in seiner Heimat über 30 Jahre hinweg. Ein Priester für 50.000 Christen – geht das denn? Nur ein kleiner Teil von ca. 10% kam 1969 in die Gottesdienste. Heute gibt es auf breiter Ebene Gebets- und Bibelkreise, an vielen Orten werden Wortgottesdienste gefeiert, das Gemeindeleben hat sich in ganz neue Bereiche verästelt und viele soziale Projekte wurden ins Leben gerufen.

Unter der Moderation von A. Groß wurden im 2. Teil Erfahrungen der sich verändernden Kirche in unserem Bistum vorgestellt – durch Ehrenamtliche, eine Gemeindereferentin und einen Pfarrer. Die Beschlüsse des
2. Vatikanischen Konzils mit Leben zu füllen, das ist ein wichtiges Ziel der Mitarbeiter im Ordinariat. Es geht längst nicht nur darum, dem Priestermangel zu begegnen.
Es liegt auch an uns Gemeindemitgliedern unsere Berufung als Christ anzunehmen. Auch wir sind berufen – und trauen uns doch oft zu wenig zu. Dabei ist mir der Zuspruch eines Freundes, der ähnliche Familiensorgen hat wie ich, nicht weniger wert als die Predigt eines Pfarrers. Wir müssen nicht perfekt sein, im gemeinsamen Tun kann so viel Neues wachsen.

Der liturgische Abschluss mit Bibelstelle, Fürbitten und dem Liedruf „O Jesu, Domine Christi“ wird mich weiter begleiten, so sehr hat er mich berührt.
Das Pastoralteam der Philippinen lud uns ein, mit dem ganzen Leib zu beten. Wir standen auf und sollten die Arme weit in den Himmel strecken, wie ein Trichter, damit Gott etwas hinein füllen kann. Dann folgte die 2. Geste: Wir sollten die Hände erheben (so wie beim Befehl Hände hoch) als Zeichen dafür, dass wir uns ergeben, keine Kontrolle mehr ausüben wollen und Gott vertrauen. Die 3. Geste war eine Verneigung des Oberkörpers mit gekreuzten Armen auf der Brust. Die 4. Geste eine tiefere Verneigung mit gefalteten Händen.
Ich bin getauft und berufen zum Priester, König und Propheten.
Uta Graba